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Die Stille im Sturm/ The Stillness within the Storm

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In den letzten Tagen habe ich sechsmal einen Blogpost angefangen und wieder aufgegeben. An irgendeinem Punkt fragte ich mich während des Schreibens: "Ist das jetzt wirklich wichtig?" und wusste auch gleich die Antwort: "Nein."


Durch #Corona und die einschneidenden Veränderungen in unser aller Leben, wird man auf sich selbst zurückgeworfen. Das gewohnte Koordinatensystem hat keine Fixpunkte mehr. Die eigenen Konstanten sind verschwunden. In dem Bewußtsein, sich neue schaffen zu müssen, überprüft man die alten. Keiner von uns war jemals in einer vergleichbaren Situation. Daher sind alle Erfahrungen, die wir jetzt machen, für uns neu. Wir haben kein erprobtes Wertungssystem, keine bewährte Verhaltensrichtschnur. Unser Leben mäandert im Unvorhersagbaren. Wenn nichts mehr sicher ist, was bleibt dann von all dem, was uns vorher so wichtig war? Halten wir dran fest? Lassen wir Veränderung zu? Passen wir uns ihr an? Oder nehmen wir unser altes Leben und gucken, wie wir es unter veränderten Umständen am Leben erhalten?


Fakt ist: Das Leben nach #Corona wird anders sein als das davor. Wir alle werden uns verändert haben. Eine Rückkehr zu dem, was war, gibt es nicht. Für den einen ist das eine Katastrophe, für den anderen ein Segen. Und viele von uns wissen es noch nicht.


Vor Herbst 2015 bin ich viel gereist. Vor allem bin ich viel Zug gefahren, was ich seit 5 Jahren nicht mehr tue. Die Situation an Bahnhöfen und Flughäfen vor allem im europäischen Raum war eine völlig andere. Aber auch damals konnte es vorkommen, dass ein Flug gestrichen wurde, ein Zug ausfiel wegen technischer Defekte. Aufregung und Chaos. Ich saß dann immer ganz still und dachte ok, du kannst nichts ändern an der Situation wenn du dich nun auch irrsinnig aufgregst. Lass einfach los. Nimm wie es kommt. Hier beginnt das Abenteuer. Geh mit dem Flow, aber bleib wachsam.


Es ist das was wir alle tun in diesen Tagen: Loslassen. Der eine lässt leichter los, der andere schwerer. Das Gefühl der Sicherheit, das seit 5 Jahren ohnehin Tag für Tag abnimmt, dürfte nun mit der Corona-Bedrohung für jeden Einzelnen endgültig verschwunden sein. Zu der konkreten Bedrohung der eigenen Gesundheit kommt die wirtschaftliche. Viele von uns haben lange und sorgfältig gebastelt an ihrer Laubsägearbeit von finanzieller Stabilität. Viele in meinem Bekannten- und Freundeskreis sehen zur Zeit fassungslos zu, wie in Rekordzeit ihre Gegenwart und Zukunft wegbricht. Keiner kann sagen, ob sich der Splitterhaufen jemals wieder stabil zusammenfügen lässt.

Solange jeder Tag eine andere Situation bringt und keiner vorhersagen kann was wird, erscheint es mir nicht sonderlich sinnvoll Pläne zu machen. Für Zeiten des unvermuteten Umbruchs und Aufbruchs ins Ungewisse hatte meine Mutter nur einen Rat: "Mach dein Gepäck so leicht wie möglich. Nimm nur das mit, was du wirklich brauchst, was wirklich wichtig ist."


Was wirklich wichtig ist, ist die Gesundheit. Was man wirklich braucht, ist die Liebe. Etwas Handgeld. Ach, ja und die eine oder andere Rolle Klopapier.


Also: Sei gut zu Dir, achte auf Dich. Umarme wen Du liebst und halte ihn fest: Deinen liebsten Menschen, Deinen liebsten Fellgefährten. Verwahre Deine Münzen. Und geh sparsam mit Klopapier um.


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In the last few days I have started and cancelled a blog post six times. At some point while writing I asked myself, "Is this really important right now?" and knew the answer right away: "No." With #Corona and the drastic changes in all of our lives, we are being thrown back on ourselves. The familiar coordinate system no longer has any fixed points. Your own constants have disappeared. Aware of the need to create new ones, you examine the old ones. No one of us has ever been in a comparable situation. Therefore, all the experiences we have now are new to us. We have no tried and tested system of values, no proven behavioural guidelines. Our lives meander in the unpredictable. If nothing is certain any more, what remains of all that was so important to us before? Do we hold on to it? Do we allow change? Do we adapt to it? Or do we take our old life and see how we keep it alive under changed circumstances? The fact is: Life after #Corona will be different than life before. We will all have changed. There will be no return to what was. For some, it will be a catastrophe. For others, a blessing. And many of us do not yet know it. Before autumn 2015, I traveled a lot. Most of all, I traveled by train, which I haven't done in five years. The situation at railway stations and airports, especially in Europe, was completely different. But even then it could happen that a flight was cancelled, a train was cancelled due to technical defects. Excitement and chaos. Then I always sat very quietly and thought ok, you can't change anything about the situation if you now also freek out. Just let go. Take what comes. Here the adventure begins. Go with the flow, but stay alert. It's what we all do these days: let go. One lets go easier, the other one lets go harder. The feeling of security, which has been decreasing day by day for the last 5 years anyway, should now have finally disappeared with the Corona threat for good. In addition to the concrete threat to one's own health, there is the economic threat. Many of us have long and carefully tinkered with their fretwork of financial stability. Many in my circle of friends and acquaintances are currently watching in deep shock as their present and future is being destroyed in record time. No one can say whether the pile of splinters will ever be able to be put together again in a stable way. As long as every day brings a different situation and no one can predict what will happen, it doesn't seem to make much sense to me to make plans. For times of unexpected upheaval and departure into the unknown, my mother had only one advice: "Make your luggage as light as possible. Take only what you really need, what is really important." What's really important is your health. What you really need is love. A little hand money. Oh, yes, and the odd roll of toilet paper. So be good to yourself, take care of yourself. Embrace who you love and hold him: your dearest person, your dearest furry companion. Keep your coins safe. And use toilet paper sparingly.

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